Johan Schut berichtet:

„Neue Resistenz gegen Falschen Mehltau kann Anbauern von Bio-Salaten mehr Sicherheit geben“

Für Anbauer von Bio-Salaten ist es unerlässlich, eine gute Ernte sicherzustellen. Rijk Zwaan bietet ca. 60 Bio-Salatsorten mit breiten Resistenzen gegen Krankheiten und Schädlinge. Diese Sorten reagieren gut auf organische Düngemittel. Eine neue, horizontale Resistenz gegen Falschen Mehltau könnte nun ein wichtiger nächster Schritt sein. Johan Schut, Breeding Manager Lettuce, gibt einen Überblick zu diesem Aspekt und weiteren Entwicklungen in der Züchtung von Bio-Salat.

Anforderungen

„Was Bio-Anbauer von einer Salatsorte fordern, unterscheidet sich tatsächlich nicht sehr von dem, was konventionelle Anbauer wünschen. Die wichtigsten Kriterien für beide Gruppen von Anbauern sind Resistenzen gegen Krankheiten und Schädlinge, insbesondere gegen Falschen Mehltau (Bremia) und Nasanova ribisnigri Nr:1. Zudem muss der Salat attraktiv aussehen, gut schmecken und darf nicht anfällig für Innenbrand und Schossen sein. Der Hauptunterschied ist, dass die Sorte gut auf organische Düngemittel reagieren muss.“

Frühe Versuchsphase

„Da die Anforderungen sich so ähneln, laufen die Züchtungsprogramme für Bio- und konventionell angebauten Salat weitgehend parallel. In der Phase vor der kommerziellen Markteinführung – Phase 3 oder Phase 2 – entscheiden wir uns dann bewusst dafür, Versuche von vielversprechenden Sorten unter der Betreuung durch unsere Produktberater bei Bio-Anbauern durchzuführen. So können wir sehen, welcher Salat in einer frühen Phase eine gute Leistung zeigt. Aus diesem Grund haben wir ein spezielles Versuchsfeld für Bio-Freilandkulturen in Welver, Deutschland. Auch die Vermehrung wird separat bei zertifizierten Anbauern in den Niederlanden und Australien durchgeführt. All unsere 60 Salatsorten sind als Bio-Saatgut und nicht nur als chemisch ungebeiztes Saatgut (NCT) erhältlich. Ob für die Produkte im Gewächshaus oder im Freiland, Bio-Anbauer finden bei uns eine geeignete Sorte.”

Horizontale Bremia-Resistenz

„Die größte Herausforderung in der Salatzüchtung ist die Tatsache, dass ständig neue Rassen von Mehltau auftreten. Wir integrieren fortlaufend neue Resistenzen, aber der Erreger passt sich immer wieder an, so dass wir nun einen anderen Ansatz erwägen. Einige Wildarten sind weniger anfällig gegenüber Mehltau. Sie scheinen gegen die Krankheit stärker resistent zu sein, da mehr Gene einbezogen sind. Wir nennen das ‚horizontale‘ Resistenz gegenüber Falschem Mehltau. Die Züchtung ist kompliziert, da es schwieriger ist, die Komponenten dieses erwünschten Merkmals zu bestimmen, aber wir machen Fortschritte. Wir haben unsere erste potenzielle Sorte getestet, doch es wird noch einige Zeit dauern, bis Sorten kommerziell verfügbar sind. Dies ist eine sehr interessante Entwicklung sowohl für biologische als auch für konventionelle Produktionsmethoden, da Anbauer so eine größere Erntesicherheit haben.“ 

Bio-Salat in der Tüte

„Convenience ist ein wichtiger Aspekt für Rijk Zwaan, was die Züchtung von Salatsorten für den konventionellen Markt betrifft, und hat zu Salat in Tüten, als Sandwichbelag und in Salatmischungen geführt. Obwohl es noch ein relativ kleiner Markt für Bio-Salat ist, wird er meiner Meinung nach wachsen. Junge Leute kaufen zunehmend Bio-Gemüse, weil sie ein zuverlässiges Produkt wollen, das ohne Einsatz von Chemie angebaut wurde. Diese Konsumentengruppe möchte sowohl Bio- als auch Convenience-Produkte, und diese Bedürfnisse können wir beide befriedigen.” 

 

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