Weitere Bremia lactucae-Rasse identifiziert und benannt: Bl: 28
14.03.2011 | : IBEB 2011

Das internationale Bremia Evaluation Board (IBEB) hat alle im Jahre 2010 und früher aufgetretenen Bremia-Rassen bestimmt und bewertet. Wie bereits 2009 wurden die meisten Bremia-Ausbrüche im Jahr 2010 durch neu aufgetretene Rassen verursacht, die allerdings nur von lokaler Bedeutung waren. Das IBEB konnte jedoch eine neue Rasse identifizieren und diese als Bl: 28 neu benennen. Um der Entwicklung neuer Rassen vorzubeugen, unterstreicht das IBEB die Bedeutung chemischer Bekämpfungsmaßnahmen und Hygienestandards in Verbindung mit dem Einsatz resistenter Sorten.

 

Bremia lactucae oder Falscher Mehltau am Salat ist eine äußerst variable Pilzkrankheit. So können auf einem einzigen Salatfeld und sogar auf nur einem Isolat mehrere Rassen vorkommen. Das Internationale Bremia Evaluation Board kam am 26. November 2010 in Paris zusammen, um die Bremia-Rassen zu bestimmen, die in Europa im Laufe des Jahres 2010 gefunden worden waren. 13 % der insgesamt 343 Proben waren unbedeutend, da sie wichtige Resistenz-Gene, die in den aktuellen Salatsorten enthalten sind, nicht brechen können. Bei 37 % der Proben handelte es sich um bereits beschriebene und offiziell benannte Bremia-Rassen, meist Bl:22, 24, 25, 26, 27 sowie damit eng verwandte Rassen.

 

Die Mehrzahl der 2010 gefundenen Isolate war wie üblich von geringer Bedeutung, da die Rassen schnell wieder verschwinden. Nur eine der seit 2009 neu gefundenen Rassen war bedeutend genug, um als neue Rasse Bl: 28 nominiert zu werden. Bl: 28 hat sich aus Bl: 24 entwickelt und durchbricht die Mehltauresistenz zahlreicher Sorten mit Bl: 1 – 27. Die meisten Züchter fanden in den Jahren 2009 und 2010 Isolate dieses Fysios in Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Spanien.

 

Das IBEB weist darauf hin, dass auch die von den Saatgutfirmen angebotenen Salatsorten mit Bl: 28-Resistenz keinen absoluten Schutz gegen Bremia besitzen. Die Resistenz bietet dem Anbauer einen grundlegenden Schutz. Sind Bremia-Isolate jedoch in der Lage, durch Mutationen und / oder Umwandlung die richtige Virulenzkombination zu erlangen, wird die Resistenz durchbrochen. Darüberhinaus unterstreicht das IBEB die Wichtigkeit von Maßnahmen zur chemischen Bekämpfung sowie die Beachtung von Hygienestandards ergänzend zum Einsatz resistenter Sorten. Der Einsatz von Fungiziden insbesondere während des Jungpflanzenstadiums bietet resistenten Sorten einen zusätzlichen Schutz, wodurch die Entwicklung neuer Bremia-Rassen gehemmt wird. Geeignete Hygienemaßnahmen wie die Entfernung von Ernterückständen und befallenen Pflanzen sowie das Säubern der Schuhe nach Feldbegehungen reduzieren die weitere Ausbreitung von Bremia in Salatbeständen.

 

Eine Übersicht aller Rijk Zwaan Salatsorten, die bereits jetzt über eine Resistenz gegenüber Bl: 28 verfügen finden Sie hier.

 

Die offizielle Pressemitteilung der IBEB finden Sie hier.

 

 *Das IBEB besteht aus Vertretern verschiedener europäischer Saatgutverbände und Organisationen. Die Saatgutverbände werden vertreten durch Salatzüchter von Agrisemen, Enza Zaden, Gautier, Nunhems, Rijk Zwaan, Monsanto Seminis, Syngenta und Vilmorin.




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