Neue Bremia lactucae Rasse Bl: 27
27.06.2010 | : RZ Seeds & Services Juni 2010

Neue Bremia lactucae Rasse Bl: 27 identifiziert und benannt.

Bremiatest im Labor an SalatjungpflanzenDas Internationale Bremia Evaluation Board (IBEB*) hat Anfang dieses Jahres alle Bremiarassen, die 2009 und früher gefunden wurden, bestimmt und beurteilt. Im Jahr 2009 wurden die meisten Ausbrüche von Bremia durch neue Rassen verursacht, die allerdings nur regionale Bedeutungen hatten. Dennoch hat das IBEB eine neue Rasse als die wichtigste identifiziert und als Bl: 27 benannt.

Der Pilz Bremia lactucae oder Falscher Mehltau am Salat ist äußerst variabel. Auf einem einzigen Salatfeld können mehrere unterschiedliche Bremiarassen (Fysios, Isolate) vorhanden sein. Am 29. Januar 2010 hat sich das IBEB in Paris getroffen, um die Bremia lactucae Rassen, die 2009 in Europa gefunden wurden, zu bestimmen. Bei 15 % der 473 insgesamt analysierten Proben wurden bereits beschriebene und offiziell benannte Bremiarassen gefunden, hauptsächlich Bl: 22, 24, 25 und Bl: 26 bzw. eng verwandte Rassen. Wie üblich waren die meisten in 2009 gefundenen Isolate von geringer Bedeutung, weil die Rassen schnell wieder verschwanden. Nur eine der gefundenen und bestimmten Rassen war ausdauernd und wichtig genug, um als neue Rasse Bl: 27 benannt zu werden. Bl: 27 hat bei zahlreichen Sorten mit Bl: 1-26-Resistenz zu Mehltaubefall geführt. Das neue Fysio wurde bereits 2008 in Frankreich gefunden. 2009 wurde dieses Isolat dann 23 Mal, hauptsächlich in Frankreich, ausgemacht. Außerdem wurden Isolate mit einem sehr ähnlichen Virulenzmuster 29 Mal in der Schweiz, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und Irland gefunden.
Das IBEB weist darauf hin, dass auch die von den Saatgutfirmen angebotenen Salatsorten mit Bl: 27-Resistenz keinen hundertprozentigen Schutz gegen Mehltau bieten. Die Resistenz gibt den Anbauern einen guten Basisschutz. Wenn ein Bremiaisolat
jedoch durch Mutation und bzw. oder Umwandlung die richtige Virulenzkombination (Fähigkeit eines Erregers eine Krankheit auszulösen) erhält, dann kann die Resistenz durchbrochen werden.
Weiterhin betont das IBEB, wie wichtig chemische Bekämpfungsmaßnahmen zusätzlich zum Einsatz resistenter Sorten,
und die Einhaltung von Hygienestandards sind. Der Einsatz von Fungiziden, insbesondere in der Jungpflanzenphase, bietet resistenten Sorten einen zusätzlichen Schutz. Dies trägt dazu bei, die Entwicklung neuer Bremiarassen zu verhindern. Geeignete Hygienemaßnahmen sind die Entfernung von Ernterückständen und erkrankten Pflanzen sowie das Säubern der Schuhe nach der Feldbegehung. Auf diese Weise wird die Ausbreitung von Bremia in den Beständen reduziert.

 

*Das IBEB besteht aus Vertretern der niederländischen und französischen Saatgutverbände Plantum NL und FNPSP sowie der Organisationen GEVES und Naktuinbouw. In den Saatgutverbänden sind die Salatzüchter Clause-Tezier, Enza Zaden, Gautier, Nunhems, Rijk Zwaan, Seminis, Syngenta und Vilmorin vertreten.




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