Begriffe für die Reaktion von Pflanzen auf Schädlinge und Krankheiten
1. Präambel
Es gibt unterschiedliche Grade der Spezifität von Schädlingen oder Krankheiten in ihrem Verhältnis zu Pflanzen. Diese Spezifität zu bestimmen, erfordert normalerweise sehr ausgefeilte Analysemethoden. Die Antwort auf die Frage, ob eine Pflanze von einem Schädling oder Krankheitserreger befallen werden kann, hängt unter Umständen von dem jeweils angewandten Analyseverfahren ab. Wichtig ist zu betonen, dass ganz allgemein die Spezifizität von Schädlingen und Krankheitserregern zeitlichen und regionalen Schwankungen unterliegen kann, dass sie von Umweltfaktoren abhängt und dass neue Schadorganismen oder neue Krankheitserregerstämme entstehen können, die Resistenzen überwinden.
2. Definitionen
Immunität: erleidet keinen Befall von einem bestimmten Schädling bzw. wird von einem bestimmten Krankheitserreger nicht infiziert.
Resistenz: ist die Fähigkeit einer Pflanzensorte, Wachstum und Entwicklung des betreffenden Schädlings oder Krankheitserregers und/oder die von diesem verursachte Schädigung im Vergleich zu anfälligen Pflanzensorten unter vergleichbaren Umweltbedingungen und vergleichbarem Schädlings- und Krankheitserregerdruck zu begrenzen. Bei resistenten Sorten können bei hohem Schädlings- und Krankheitserregerdruck in gewissem Maße Krankheitssymptome oder Schädigungen auftreten.
Es werden zwei Resistenzgrade definiert:
Hohe/Standardresistenz (HR):
Pflanzensorten, die das Wachstum und die Entwicklung des betreffenden Schädlings- oder Krankheitserregers bei normalem Schädlings- oder Krankheitserregerdruck im Vergleich zu anfälligen Sorten in hohem Maße begrenzen. Diese Pflanzensorten können jedoch bei hohem Schädlings- oder Krankheitserregerdruck in gewissem Maße Befallssymptome oder Schädigungen aufweisen.
Mittlere/intermediäre Resistenz (IR):
Pflanzensorten, die das Wachstum und die Entwicklung des betreffenden Schädlings- oder Krankheitserregers begrenzen, aber im Vergleich zu Sorten mit hoher/Standardresistenz mehr Symptome oder Schädigungen aufweisen können. Mittlere/intermediär resistente Sorten werden immer noch weniger schwerwiegende Symptome oder Schädigungen aufweisen als anfällige Pflanzen, die unter vergleichbaren Umweltbedingungen und/oder vergleichbarem Schädlings- oder Krankheitserregerdruck angebaut werden.
Anfälligkeit ist die Unfähigkeit einer Pflanzensorte, das Wachstum oder die Entwicklung eines bestimmten Schädlings- oder Krankheitserregers einzuschränken.
Toleranz ist die Fähigkeit einer Pflanzensorte, abiotischen Stress ohne schwerwiegende Beeinträchtigungen im Wachstum, äußeren Erscheinungsbild und Ertrag zu ertragen.
(ISF Definitionen, Mai 2004)
Allgemeine Produktinformationen Saatgut
Die Gemüsezüchtung hat sich weltweit zu einer sehr intensiven und hoch spezialisierten Aktivität entwickelt.
Infolge der stetig zunehmenden Frage nach einer verbesserten Qualität steigen auch die Anforderungen, die Gemüseanbauer und Jungpflanzenbetriebe an das Ausgangsmaterial stellen.
Die Nachfrage nach speziellen Saatgutformen und umfassenden Informationen zu Saatgutqualitäten hat stark zugenommen und dazu geführt, die Anzahl der Pflanzen zu erhöhen.
Saatgut ist ein Naturprodukt.
Das bedeutet, dass häufig wechselnde Wachstumsbedingungen einen Einfluss auf das endgültige Ergebnis haben. Es ist deshalb nicht möglich, verbindliche Informationen zu Aufgang und anderen Eigenschaften des Saatgutes zu geben. Um den Wünschen der Kunden so weit wie möglich entsprechen zu können, hat Rijk Zwaan Qualitätsstandards für die verschiedenen Saatgutkategorien festgelegt.
Die angegebenen Keimfähigkeiten sind Rijk Zwaan Minimumwerte, die nach Maßgabe der ISTA-Methoden ermittelt werden. In Fällen, in denen das Saatgut nicht den angegebenen Produktspezifikationen entspricht, wird Rijk Zwaan seine Kunden informieren.
Saatgutformen, Behandlungen und Bezeichnungen
Normalsaatgut
Im Allgemeinen erfährt Normalsaatgut keine speziellen Behandlungen. Es wird nach Gewicht und/oder Kornzahl verkauft. Normalsaatgut entspricht den nationalen Standards. Bezeichnung: KO
Rijk Zwaan Präzisionssaatgut
Präzisionssaatgut wird speziell bearbeitet. Es hat eine einheitliche Größe (Kaliber) und eine hohe Keimfähigkeit. Präzisionssaatgut wird nach Kornzahl verkauft. Bezeichnung: PR
Priming (Vorkeimung)
Eine „Priming“ – Behandlung bewirkt eine Aktivierung des Keimvorganges, mit dem Ziel eines schnelleren und gleichmäßigeren Aufganges nach der Aussaat. Geprimtes Saatgut wird nach Stück verkauft. Bezeichnung: PRPM
Pillierung
Die Pillierung ist ein Prozess, bei dem die Saatgutform durch das Aufbringen von Füllmaterial verändert wird. Das Hauptziel ist dabei, die Uniformität des Samens in Form und Kaliber so zu verbessern, dass er maschinell ausgesät werden kann. Das Füllmaterial kann Zusätze enthalten. Saatgutpillen werden in Stück verkauft. Bezeichnung: SP
Rijk Zwaan Fungizid- und Insektizid-Coating (F.+I.-Coating)
F.+I.-Coating ist die vollständige, meistens eingefärbte, dünne Schicht, die das Samenkorn rundherum bedeckt. Die originale Samenform und die Korngrößen bleiben weitestgehend erhalten. Zusätzliche Stoffe können zugefügt werden. F.+I.-Coating enthält Insektizide und Fungizide und kann anhand der Farbe (leuchtend rot) identifiziert werden. Saatgut mit F.+I.-Coating wird nach Stück verkauft. Bezeichnung: PR F.+I.
Pflanzenschutz durch minimale Aufwandmenge und maximalem Effekt!
Durch den Einsatz von F.+I.-Coating wird eine erhebliche Reduzierung von Pflanzenschutzmittel im Vergleich zur Flächenspritzung im Freiland erzielt. F.+I.-Coating ist lieferbar bei den Gemüsearten Kopfkohl, Blumenkohl, Kohlrabi und Möhren (Sorten auf Anfrage). Insektizidcoating ist ein zuverlässiger Schutz z. B. gegen die Kohl- und Möhrenfliege zu Beginn des Anbaues und beugt einem Populationsaufbau der Insekten vor. Weitere Pflanzenschutzbehandlungen im Laufe der Kultur können notwendig sein.
Rijk Zwaan Fungizid-Coating (FCT-Coating)
FCT-Coating ist eine Saatgutbehandlung, bei der die zugegebenen Beizmittel (Fungizide) gleichmäßig auf dem Samenkorn fixiert werden. Nach der Behandlung ist das Saatgut nahezu staubfrei. Bei Rijk Zwaan wird ein grüner Farbstoff zugesetzt. Bezeichnung: KO FCT
Keimfähigkeit
Angaben zur Keimfähigkeit beruhen auf den ISTA-Prozeduren der Keimuntersuchung und sind nur für den Zeitpunkt der Auslieferung gültig.
Xanthomonas campestris pv. campestris
Bei Rijk Zwaan werden alle Saatgutpartien von Kohlsorten auf das Vorhandensein des Bakteriums Xanthomonas campestris pv. campestris, dem Verursacher der Adernschwärze, untersucht. Dies geschieht mit Hilfe einer Nachweismethode entsprechend einem Protokoll, welches von der NAKT (Niederländischer Anerkennungsdienst für den Gartenbau) genehmigt wurde. Innerhalb der Rijk Zwaan Gruppe werden alle Brassica-Saatgutpartien mit der NAL (Naktuinbouw Accredited Laboratory) beglaubigten Methode auf Xcc getestet. Rijk Zwaan ist durch NAKT bevollmächtigt diese Untersuchung im NAL-System (NAKT akkreditiertes Labor) durchzuführen. Es werden ausschließlich Saatgutpartien ausgeliefert, bei denen ein repräsentatives Muster frei von Xanthomonas campestris pv. campestris-Bakterien war.
